Business Process Reengineering (BPR)
Das Business Reengineering nach Hammer und Champy ist
ein fundamentales Überdenken und radikales Redesign von
Unternehmen oder wesentlichen Unternehmensprozessen.
Dabei bedeutet fundamental , das die Frage des
"Was und Warum" vor dem "Wie" stehen muss - ein
Denkansatz, der auch im NSM bei der Produktdefinition
eine wesentliche Rolle spielt. Außerdem soll sich die
Reorganisation nicht nur auf Teilbereiche, sondern auf
das ganze Unternehmen oder mindestens auf die
wesentlichen Unternehmensprozesse beziehen. Radikal
bedeutet für Hammer und Champy, das im Prinzip "ganz von
vorne" angefangen wird und bestehende Abläufe und
Strukturen grundsätzlich in Frage zu stellen sind.
Insgesamt ist dem Ansatz anzumerken, das er erstens für
Unternehmen der freien Wirtschaft und zweitens speziell
auch für amerikanische Verhältnisse konzipiert wurde.
Nach Hammer und Champy geht es beim Business
reengineering um eine Verbesserung um Größenordnungen
und nicht darum, die bestehenden Abläufe nur inkremental
(d.h. in kleinen Schritten) zu verbessern. Die
Erfahrungen, die in der Praxis mit diesem Ansatz gemacht
wurden, zeigen jedoch, das selbst Unternehmen der freien
Wirtschaft nur mit Einschränkungen den Weg des völligen
Neuanfangs "auf der grünen Wiese" gehen können. Dies
gilt um so mehr für die öffentliche Verwaltung, da hier
im besonderen durch die rechtsstaatliche Bindung nicht
beliebig alle bestehenden Regeln über Bord geworfen
werden können. Auch hat sich gezeigt, das Menschenbild
bei Hammer und Champy entspricht nur bedingt den
tatsächlichen Gegebenheiten. Dennoch bietet der Ansatz
wichtige Ideen, Methoden und Denkanstöße, die auch bei
allen anderen Formen der (Unternehmens)Reorganisation
von Bedeutung sind bzw. sein können.
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